40 Jahre Wolfgang Ambros

Austropop-Legende in Wolfratshausen

"Wo is da Peppi", hieß es am 1. April 2012 in Wolfratshausen. Dort spielte in der Loisachhalle die Austropop-Legende Wolfgang Ambros vor rund 600 Oberländern. Tobias Vogt vom OberlandGuide war für unsere User vor Ort und hat dem Meister und seiner Band auf die Finger geschaut. Ein Abend mit durchaus Höhen und Tiefen ...

Wolfgang Ambros, das österreichische Original. Stolze 60 Jahre ist er mittlerweile, allein 40 davon verbrachte er auf den verschiedensten Bühnen in Österreich und Süddeutschland. Dass eine so lange Zeit im Musikgeschäft nicht spurlos an einem Künstler vorbei zieht, merkte man Ambros auch deutlich an. Seine Bewegungen wirkten schwer, seine Ansprachen teilweise etwas konfus. Dennoch verloren Wort und Musik dadurch nichts an Witz und gewohnt österreichischer Trockenheit. So wurde die allgemeine Verwunderung des Saales darüber, dass nicht die Lieblingslieder der Fans, sondern seine persönliche Lieblingsplaylist gespielt wurde, von ihm lediglich mit den Worten „es is´ ja schließlich UNSER Jubiläum“ kommentiert. Auch Englisch-Nachhilfe gab es von Herrn Ambros. „Shiver me timbers“, eigentlich ein Ausdruck der Überraschung, wurde von Ambros nach vergeblicher Recherche daher einfach mit „Leck´mi am Oasch“ übersetzt.

Das Beste kam zum Schluss

Auch musikalisch machte die österreichische Antwort auf Joe Cocker alles in allem einen guten Eindruck. Lediglich ein paar kleine Texthänger gibt es zu bemängeln. Diese seien ihm allerdings in Anbetracht der unglaublichen Fülle an Liedern, die Ambros zu seinem Repertoire zählt, verziehen. Dass an „SEINEM Jubiläum“ dennoch die Fans im Vordergrund standen, zeigte sich mit fortschreitender Uhrzeit. Je später der Abend, desto bekannter die Lieder. Seine Anhänger dankten es ihm und blieben auch bei der Forderung um Zugabe eisern. Was diese betrifft, lies der Meister allerdings schon arg lange auf sich warten – hart an der Grenze. Belohnt wurden Fans allerdings mit Klassikern wie „Zwickt´s mi“, „Die Blume aus dem Gemeindebau“ und weiteren Hits, die er gemeinsam mit dem Publikum zum Besten gab – die Halle bebte. 

Musikalisches Handwerk

Getragen wurde die Stimmung des Saals aber zugegebener Maßen weniger vom charismatischen Österreicher selbst, denn von seiner Band, der „Nr. 1 vom Wienerwald“. Peter Koller, „Das starke Herz“ der Nr. 1, an der Gitarre, Erich Buchebner am Bass, Harry Stampfer an den Drums, sowie die beiden Background-Sängerinnen Ursula Gerstenbach und Sandra Kren machten einen mehr als hervorragenden Job. Absoluter Held des Abends war allerdings Keyboarder Günter Dzikowski, der neben der 2. Stimme auch ein Keyboardsolo nach dem anderen hinausfeuerte. Wenn er nicht gerade zwei verschiedene Keyboards simultan zu einander bediente, spielte er entweder Akkordeon oder war damit beschäftigt, die Fehler des Maestros auszubügeln. Dies alles gelang ihm, ohne sich zwanghaft in den Vordergrund zu drängen. Bescheiden und musikalisch schier genial.

Fazit des Konzerts: Ambros-Fans kamen vollkommen auf ihre Kosten und auch Zuschauer, die sich einfach mal einen Eindruck der Austropop-Legende machen wollten, wurden gut unterhalten. „A Mensch möcht i bleibn“ singt Ambros in einem seiner Lieder. Das ist ihm, fernab puren Erfolgdenkens, während seiner 40 Jahre im Geschäft auch gelungen. Und genau dafür lieben ihn seine Fans – Andersdenkenden würde er höchstwahrscheinlich kurzerhand ein liebevolles „Shiver me timbers“ mit auf den Weg geben.