Geocaching - Ein Profi packt aus

Interview mit Bernd Bauer

Nachdem wir in Teil 1 unserer Geocaching-Reihe schon die wichtigsten Fragen rund um die Schatzsuche des 21. Jahrhunderts geklärt haben, folgt nun ein Interview mit einem Geocaching-Experten aus unserer Region. Der 41 jährige Geretsrieder Bernd Bauer ist sage und schreibe bereits 125 Mal fündig geworden – und das obwohl er erst im Januar diesen Jahres das Geocaching für sich entdeckt hat. Er selbst hat im Raum Geretsried auch schon Caches versteckt. Wie er zum Geocaching gekommen ist und was es für ihn so spannend macht, das hat er uns im Interview erzählt

Herr Bauer, Sie haben schon Caches quer durch ganz Deutschland und sogar in Skandinavien gesucht und gefunden. Wie kommen Sie dazu

Eigentlich befürworte ich das „autolose“ Geocaching. Bis auf wenige Ausnahmen bin ich daher zu Fuß unterwegs. Wenn ich allerdings auf Dienstreisen oder im Urlaub bin, dann nutze ich diese Gelegenheit gern zum Geocaching. Und so haben sich eben schon einige Touren ergeben.

Seit wann betreiben Sie das Geocaching und wie sind Sie darauf gekommen

Seit Januar 2010. Da bin ich das erste Mal „auf die Suche“ gegangen. Einige Zeit vorher habe ich einen Artikel übers Geocaching gelesen. Das fand ich zwar irgendwie interessant, hielt das ganze aber eher für Kinderkram. Anfang 2010 schlug meine Cousine vor, mit den Kindern mal eine Geocaching-Tour zu machen. Als ich mich dann etwas genauer mit dem Thema auseinandergesetzt habe, stellte ich schnell fest dass es auch viele Caches gibt, die eher für Erwachsene geeignet sind. Und so hat sich dann langsam eine echte Leidenschaft entwickelt.

Sind Sie auf Ihrer Suche eher alleine, oder mit Freunden und der Familie unterwegs

Da ich eine Vorliebe für die etwas anspruchsvolleren Caches mit höherem Schwierigkeitsgrad habe, gehe ich gern allein oder mit Arbeitskollegen los. Wenn wir aber im Urlaub mit der Familie unterwegs sind, achte ich auf kinderfreundliche Caches, von denen es ja auch genügend gibt.

Was macht das Geocaching so spannend

Dafür gibt es für mich drei Gründe: 1. Durch Geocaching kommt man an Orte, die man sonst nie gefunden hätte. Auf der Suche nach Caches bin ich schon auf Bunker, Stollen und verlassene Industrieanlagen gestoßen, von denen ich vorher gar nichts wusste. Vor einigen Wochen habe ich sogar einen unterirdischen Wasserbehälter von innen gesehen.
2. Caches sind häufig an landschaftlich reizvollen Örtlichkeiten versteckt. Durch das Geocaching komme ich ganz von selbst an Orte, die ich mir sonst über Reiseführer erst mühsam heraussuchen müsste. Vor allem auf Dienstreisen ist es toll einfach das GPS-Gerät auszupacken und los geht’s!
3. Ich finde es sehr interessant, wie andere Cacher die Koordinaten ihrer Caches verschlüsseln und das Versteck der Dose gestalten. So hole ich mir die Inspiration für eigene Caches.

Haben Sie schon einmal einen besonders lustigen Cache-Inhalt gefunden

Für den Cache Inhalt interessiere ich mich nicht besonders. Der Weg ist das Ziel.

Schauen Sie auch mal nach den von Ihnen versteckten Caches oder können Sie anhand des Internet-Logbuchs nachvollziehen ob der Cache noch gut auffindbar ist

Sowohl als auch. Ich verfolge die Logs sehr aufmerksam und reagiere ggf. auf Probleme durch Kontrolle und Wartung der Caches. Beim Gassi gehen mit dem Hund mache ich auch hin und wieder stichprobenartig Präventiv-Kontrollen.

Ist Geocaching empfehlenswert für Familien

Im unteren bis mittleren Schwierigkeitsbereich unbedingt. Hier können z.B. Computer-Kids mal erleben, dass es auch in der realen Natur viel Spannendes zu erkunden gibt. Im oberen Schwierigkeitsbereich kommt es dann wohl auf Alter und Interessen der Kinder an.

Vielen Dank für das Interview!