Goaßlschnalzen an der Ostsee

Garmisch-Partenkirchen besucht Kühlungsborn

Für alle Nordlichter und Oberland-Fans, die derzeit traurig sind, nicht in München die bayerische Lebensart genießen zu können, gibt es Hoffnung: Gemäß dem Sprichwort "Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, ..." gastiert vom 25. September bis zum 2. Oktober eine Delegation der Stadt Garmisch-Partenkirchen an der Ostseeküste.

Denn dort findet am Strand von Kühlungsborn pünktlich zur Wiesn-Zeit eine bayerische Festwoche statt. Kurioses und Kulinarisches erwartet die Besucher im Konzertgarten West: So etwa eine Stoßbuddlmeisterschaft oder eine Bayerische Olympiade mit Fingerhakln, Maßkrug stemmen und Kuh melken.

Erste Kühlungsborner Stoßbuddlmeisterschaft

Mit Buddln verbindet man im Norden das Graben im Sand. In Garmisch-Partenkirchen ist dieser Begriff eng verbunden mit einer besonderen Art des Geschicklichkeitsspiels, dem Stoßbuddln, in der auch Meisterschaften ausgetragen werden. Am 28. September wird im Hafen von Kühlungsborn der Meister in dieser Disziplin gesucht. Stoßbuddln wird ähnlich dem Tischkegeln auf einer Tischbahn gespielt, indem die Spieler mit einem Queue eine Kugel anstoßen und versuchen, alle neun Kegel auf einer Miniaturkegelbahn zu treffen. Ein erfahrener Stoßbuddler führt in die Regeln ein und achtet auf die korrekte Ausführung der Spieler. Neben Geschicklichkeit ist auch Taktik gefragt, eine gute Gelegenheit, mit den Mitspielern und Zuschauern ins Gespräch zu kommen.

Goaßlschnalzen und Asphaltschiessen

An einem typisch bayerischen Abend darf auch das traditionelle Goaßlschnalzen nicht fehlen. Schon an der Aussprache dieses Wortes scheitern die meisten Nicht-Bayern bereits. Die Kunst des Goaßlschnalzens beherrschen die beiden Garmisch-Partenkirchner Martin Neuner und Peter Greisinger in Perfektion, wovon sich die Gäste an den bayerisch-maritimen Abenden überzeugen können. Das Wort Goaßl ist die bayerische Bezeichnung für „Geißel“ und bezeichnet die Peitsche, mit der die Kutscher die Pferde ihres Fuhrwerkes antreiben. Beim Goaßlschnalzen wird schnell und laut mit der Peitsche geknallt. Dieser Brauch wird meistens von einer größeren Gruppe Trachtlern durchgeführt, begleitet durch Jodler und Jauchzer – ein besonderer Klang für norddeutsche Ohren.

Das Asphaltschiessen ist eine eigenwillige Form des Eisstockschießens. Am 29. September können sich Einheimische und Urlauber in dieser Sportart, umrahmt von typisch bayerischen Klängen der Koitaboch Musi, auf der Strandpromenade von Kühlungsborn messen. Bayerische Olympiade Garmisch-Partenkirchen verabschiedet sich zünftig und traditionell von der Ostsee und lädt am 30. September zum Heimatabend mit Bayerischer Olympiade. Hier treten die Teilnehmer in den Disziplinen „Fingerhakln“, „Kuh melken“ und „Maßkrug stemmen“ gegeneinander an. Bei der anschließenden Aprés-Party im Festzelt können die neu erlernten Techniken, Erfahrungen und Erlebnisse noch einmal ausgetauscht werden.

Zwei Orte, ein Längengrad

Wie aber kommt es zu dieser ungewöhnlichen Mischung Die ungewöhnliche Städtekooperation ist nach ersten Gesprächen auf der Göteborger Tourismusmesse 2010 entstanden. Die Tourismusverantwortlichen von Kühlungsborn und Garmisch-Partenkirchen stellten fest, dass die beiden Städte auf einem Längengrad liegen. Darüber hinaus einen die beiden Feriendestinationen eine ähnliche Gästestruktur, eine unverwechselbare Landschaft, reine Luft sowie vielfältige Übernachtungs- und Freizeitmöglichkeiten. Das vollständige Programm der GaPa Festwoche in Kühlungsborn erhalten Interessierte unter www.kuehlungsborn.de/saison-und-hoehepunkte/1-garmisch-partenkirchener-festwoche.html.