Klamotten für „echte“ Oberländler

Modetrends aus Wackersberg

Sie sind modern, frech und garantiert seefest- oder wiesntauglich: Die neuen Shirts der Firma Oberlandla. Tobias Vogt hat das Unternehmen in Wackersberg besucht und nach der Motivation hinter den Motiven gesucht. Die Antwort: Blau-weiße Flagge bekennen, ohne dabei auszusehen „wia a Kaschperl“.

Menschen in Bayern sind laut einer Umfrage die zufriedensten in ganz Deutschland. Was absolut verständlich ist, denkt man an all die schönen Dinge, die wir hier im Oberland zu bieten haben. Unberührte Natur, gesellige Menschen, die Weißwurschd, ein vernünftiges Bildungssystem und das berühmte Bier .

Doch da der Mensch ja nie zufrieden ist und das Ausbleiben von Fortschritt heutzutage gleich Rückschritt bedeutet, reichte das alles zwei Wackersbergern nicht aus. Etwas Neues musste her. Auf der Suche nach der guten Idee, ist man seinem Ziel oftmals weitaus näher als man denkt. So auch in diesem Fall. 

Mundart statt sinnfrei

Mal Hand aufs Herz: Jeder Mensch, der auch nur annähernd mit der Modebranche in Kontakt gekommen ist und nicht unbedingt den Lebensstil eines Rainer Langhans vorzieht, hat mindestens eines dieser T-Shirts zu Hause, dessen Aufdruck aus undefinierbaren Wort-Aneinanderreihungen wie „Bendig Tower Gear“ oder „Soft Ceiling Downstairs“ besteht. Inhaltlich nahezu sinnfrei, aufgrund mangelnder Kreativität allerdings gerne als Gestaltungsmittel eingesetzt.

Und genau hier kommen Carola und Fabio Cinelli ins Spiel. Sie gründeten ein Modelabel namens „Oberlandla“, das den Bayern erstmals ermöglicht, ihre Heimatverbundenheit durch Kleidung, abseits der üblichen Tracht, nach außen zu tragen. Dabei wagen sie die Grätsche zwischen topmodernem Designs und frecher Mundart. Aufdrucke wie beispielsweise „Original Zuagroasta – I bin ned von do“ oder auch „Mei Dirndl is in da Wäsch – agrat heit!“ sollen allerdings lediglich den süßen Beigeschmack zum schicken Äußeren liefern. 

Bloß kein Souvenir-Schmarrn

Wichtig ist den Gründern hierbei vor allem, dass ihre Kleidung nicht als Klamauk - den sich Touristen gerne mal als Souvenir mitnehmen - verstanden wird, sondern als Möglichkeit für gestandene und eingemeindete Bayern, sich mit ihrer Heimat zu identifizieren – ohne dabei auszusehen „wia a Kaschperl“, so Fabio Cinelli.

Dass ihre Aufdrucke auch Mittel zur Kommunikation sind, dessen sind sich die Cinellis durchaus bewusst. Deshalb richtet sich ihre derzeitige Kollektion – und voraussichtlich auch die folgenden – größtenteils an Menschen ab 18 aufwärts. „Anziehen darf unsere Klamotten natürlich jeder! Eine 16-Jährige, die vielleicht noch nicht so sicher in ihrem Auftreten und Handeln ist, wird sich allerdings kaum ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Bissgurkn“ anziehen“, so der kreative Kopf des Labels, Carola Cinelli. 

Oberlandla-Kollektion heißbegehrt

Das Feedback auf die Neuschöpfung des Wackersberger Ehepaars ist bisher mehr als nur positiv. Sämtliche Bekleidungs-Vorräte wurden ihnen innerhalb der ersten Wochen förmlich aus der Hand gerissen, Bestellungen wurden aufgegeben schon BEVOR die ersten Fotos der einzelnen Kleidungsstücke überhaupt online gestellt waren – einfach nur, weil sie die Idee so toll fanden.

Diesen Hype nun aufrecht zu halten, haben sich die zwei Gründer jetzt zum Ziel gemacht. „Wir haben noch unglaublich viele Ideen. Zum Beispiel planen wir saisonal abhängige Kollektionen zu veröffentlichen. Ungefähr einmal im Quartal wollen wir sogar limitierte Sonderkollektionen auf den Markt bringen, die wir dann auch unabhängig von unserem Partner Spreadshirt selbst bedrucken. Welche Ideen wir dann wirklich umsetzen, wissen wir in diesem Stadium allerdings selbst noch nicht.“

Wir vom Oberlandguide wünschen den „Oberlandlan“ dabei viel Erfolg und würden unseren Artikel gerne mit Frau Cinelli’s Antwort auf die Frage, was denn eigentlich den finalen Anstoß für die Gründung gegeben hat, beenden: „Schaut euch um, schaut euch unser schönes Bayern an. Die Landschaft, die Menschen, die ganze Kultur. Wir wollen unserer Heimat einfach etwas zurückgeben!“