Künstlersymposium auf Kloster Andechs

Kunst und Bier am Heiligen Berg

Das Kloster Andechs, die Georg Zentgraf-Stiftung und die Gemeinde Andechs veranstalten vom 16. bis 22. August 2011 das Symposium "Kunst und Bier" auf dem Hl. Berg. Dabei werden besondere Interpretationen zum Thema „Kunst und Bier“ entstehen. Die vier von einer Jury ausgewählten Künstler erstellen ihre Arbeiten am Maibaumplatz unterhalb des Bräustüberls. Besucher des Hl. Bergs können dabei den Preisträgern ab dem 16. August bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Andechs arbeiten die Künstler am 18. August zwischen 9 und 12 Uhr mit Kindern von 7 bis 11 Jahren und leiten sie beim künstlerischen Gestalten an.

Die Künstler und Bildhauer Bernhard Apfel aus Leimen, Jean Kirsten aus Dresden, Michael Lauss aus Wegscheid und János Ruppert aus Szekszárd in Ungarn bestreiten heuer das Symposium. Nicht einfach war es für die Jury bei ihrer Sitzung am 29. April im Kloster Andechs aus mehr als 20 Einsendungen aus Deutschland, Österreich und Ungarn sowie der Türkei die Teilnehmer für das Symposiums auszuwählen.

Jean Kirsten - Hommage an Carl Orff

Jean Kirsten, 1966 in Dresden geboren, studierte 1990 bis 1995 Malerei/Grafik bei Günter Horlbeck an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 1994 erhielt er den Förderpreis für Bildende Kunst des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft. 1995 bis 1997 war er Meisterschüler und 1998 bis 2004 künstlerischer Assistent bei Günther Hornig. Seit 2004 lebt und arbeitet er in Dresden. Andechs ist für Jean Kirsten aufs engste mit Carl Orff (Carmina Burana) verbunden. Schon vor fünf Jahren hat er hier dessen Grab besucht. 2001 folgte ein Ausstellungsprojekt zu Orffs Stück „Das Spiel vom Ende der Zeiten“. Sein Entwurf will Zitate Orffs im Blick auf das gesellige Biertrinken nutzen. Die Zitate werden collageartig auf zwei verbundene Würfel gezogen. Skulptur und Text kommen somit gleichsam ins Gespräch.

Bernd Apfel - Bildhauer aus Bad Tölz

Spannende Momente bei der Entstehung des Kunstwerks von Bernhard Apfel dürften garantiert sein. 1947 in Bad Tölz geboren, arbeitete er bis 1998 in einem Verwaltungsberuf und machte sich 1999 als Bildhauer selbstständig. 2009 und 2010 war er Dozent an der Sommerakademie Frauenau.
Seither beteiligt er sich zahlreichen Ausstellungen und Bildhauersymposien, so zum Bespiel 2007 in Davos, 2008 in Kaltennordheim (Thüringen) und 2010 in Reckental (Rheinland-Pfalz) und Seßlach in Oberfranken. Von 2006 bis 2009 nahm er am Bildhauersymposium St. Blasien im Schwarzwald teil, wo er 2009 den Preis der Jury erhielt.
Seinen Beitrag für das Symposium „Kunst und Bier“ hat Bernhard Apfel mit „Bairisches Mysterienspiel – a. d. 2011“betitelt. Mysterienspiele wurden im Mittelalter oft vor Kirchen,Domen oder Abteien aufgeführt. Diese enge Verbindung von religiöser Einkehr und weltlichem Genuß möchte er mit seiner Skulptur verdeutlichen. Die ca. 2 m hohe Holzfigur wird „bekrönt“ mit einem etwa 80 bis 100 cm hohen Gesprenge, in das zwei (Zapf-)Hähne integriert sind. Mittig wird eine kleine Holzfigurine über das „Ganze“ gewissermaßen Regie führen. Apfel denkt dabei an den „fremden Gagler“, eine Figur aus Carl Orff´s bairischer Komödie „Astutuli“.

Michael Lauss - Ozapft wird

Michael Lauss, 1955 in Linz geboren, wuchs im oberen Mühlviertel auf und wohnt heute in Messnerschlag, wo er als Bildhauer und Maler tätig ist. Bis 2000 hatte er sein Atelier in Passau, seither in Linz. 2007 erhielt er den Kulturpreis des Landkreises Passau. Seit über zwanzig Jahren beteiligt er sich an Symposien, u. a. in Hauzenberg, Bayern (2007), Bad Goisern, bei der Landesausstellung Oberösterreich (2008), Aldersbach, Bayern (2008) und Wegscheid, Bayern (2010).
Für „Kunst und Bier“ wird er eine Skulptur aus Eiche mit dem Titel: „Stillleben“ oder „Ozapft wird“ fertigen. Holz und Farbe sind seine bevorzugten die Materialien. Die benutzt er, um die Baumstämme zu zerkleinern. Die auf diese Weise entstandenen Holzteile baut er zu Bildern und Objekten zusammen und bemalt sie anschließend.

Janos Ruppert - Metallskulptur "schöne Kellnerin"

János Ruppert wurde 1959 in Fünfkirchen( Südungarn) geboren. Ein künstlerisches Studium absolvierte er in Pécs. Von 1983 bis 1986 war er Zeichner in einem Filmstudio in Pécs, danach arbeitete er ein Jahr lang Baubildhauer, anschließend als Dekorateur bei verschiedenen Druckereien. Von 1989 bis 1991 ist er Bühnenbildmaler im Nationaltheater in Pécs. Seit 1991 arbeitet er als freischaffende Künstler. Eigene und Gruppenausstellungen führen ihn auch nach Deutschland und Italien. János Ruppert wird auf dem Symposium „Kunst und Bier“ eine Metall-Skulptur mit dem Titel „Die schöne Kellnerin“ realisieren.

Selbst dabei sein

2011 ist der Heilige Berg zum neunten Mal Austragungsort des Symposiums "Kunst und Bier". Am Maibaum unterhalb des Klosters beginnen die Künstler am 16. August ihre Arbeit. Die Besucherinnen und Besucher des Hl. Berges können dann bis zum 22. August 2011 den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und so die Entstehung der Kunstwerke verfolgen. Die Arbeiten werden im Anschluss für etwa drei Jahre in der Umgebung des Hl. Berges ausgestellt.