Schäfflertanz 2012

Tradition in Garmisch-Partenkirchen

Nur alle sieben Jahre zelebriert die berühmte Alpengemeinde einen Brauch, den einst wandernde Fassmachergesellen einführten. Ab Neujahr bis Aschermittwoch 2012 präsentieren jeden Sonntag mehr als 100 Mitwirkende den überlieferten Tanz nach alter Tradition. Gespielt wird an verschiedenen Orten in Garmisch-Partenkirchen.

Brauchtum der Fassmacher

Der überlieferte Turnus von sieben Jahren beschert Einheimischen und Gästen von Garmisch-Partenkirchen 2012 wieder den traditionellen Schäfflertanz. Dieser Brauch geht auf die Münchner Zunft der Fasshersteller – auf Bayrisch „Schäffler“ – zurück, die bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine bunte Reihe von Tanzfiguren im Repertoire hatten, um die Bevölkerung bei Laune zu halten. Ursprünglich – so sagt die Legende – sollte der Schäfflertanz sogar bereits vor 500 Jahren den durch Pestepidemien gebeutelten Bewohnern Münchens wieder Zuversicht und Lebensfreude geben. Fest steht, dass Schäfflergesellen ab 1830 den Brauch in ganz Altbayern verbreiteten, und bis heute vermittelt das Spektakel in Garmisch-Partenkirchen sprühende bayrische Lebensfreude.

Schäffler-Tradition ohne Nachwuchssorgen

Zu den Klängen der Blasmusik schwingen Männer in traditioneller Schäfflerkluft mit Eiben- oder Buchsbaumzweigen umwundene Bögen und bilden so die verschiedensten Tanzfiguren – von der „Schnecke“ über das „Sommerhaus“ bis hin zur „Krone“. Nach alter Sitte gehören zum Schäfflertanz aber nicht nur Vortänzer und Tänzer. Das traditionelle Ensemble braucht auch Fahnenträger, Hanswurstel, Reifenschwinger und Triebler. Für rhythmische Akzente sorgen die Triebler oder Fass-Schläger, die mit ihren Hämmern auf Holzfässer trommeln. Auf Fässern balancierende Reifenschwinger zeigen ihre Künste mit bayrisch weiß-blauen Holzreifen, und die Hanswurstel – früher ganz einfach Spaßmacher – nehmen mit ihren Possen heute durchaus auch aktuelle Themen aufs Korn. Insgesamt bringen mehr als 100 Mitwirkende 40 verschiedene Tänze auf die Straße – und die Tradition bleibt weiter gewahrt: Es gibt auch heute noch mehr Bewerber als Plätze in den Ensembles.